Airsoft „Tuning“

Hallo zusammen,

in folgender Bastelanleitung möchte ich meine Erfahrungen zum Abdichten einer Gearbox mit euch teilen und beweisen, dass man auch mit einer Standartgearbox/Airsoft Spitzenwerte hinsichtlich Effizienz und FPS Schwankungen erreichen kann.
Sicherlich kennen viele diese Tricks, trotzdem finde ich wurde sowas noch nie richtig gut dokumentiert. Außerdem habe ich noch einiges an eigenen Ideen eingefügt.

Wie man eine Gearbox zerlegt, das weis sicherlich jeder der sich mit diesem Thread befasst. Um es also nicht zu kompliziert zu machen, steige ich direkt mit der zerlegten Gearbox ein. Als Anschauungsmodell dient meine fertige Cyma Gearbox V3 mit JG Cylinderhead, einem noname Messing- Pistonhead und angepasstem Begadi Nozzle. Mit dieser GB erreiche ich aktuell 1,9J mit einer M120 Feder in meinem AKM.

Ihr braucht:

-Werkzeug um eure Gearbox zu zerlegen
-Messlehre
-Teflonband
-Silikonspray
-Schmierfett

Zeitaufwand:

Ich mache sowas in Zwei Stunden. Lieber langsam arbeiten und sich etwas Zeit nehmen, vorallem bei der Optimierung der Gearbox!

Ammeisten zur Abdichtung trägt das Cylinderset bei. Hier sei auf eine gute Abdichtung am Cylinderhead, Nozzle sowie Pistonhead zu achten.

Cylinderhead

Das Teflonband wird einschichtig (manchmal auch doppelt, je nach Passgenauigkeit) bei abgenommener Gummidichtung um den Cylinderhead gewickelt. Gummidichtung drauf, etwas Silikonspray draufsprühen und gut ist.

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Pistonhead

Das ist das meiner Meinung nach wichtigste Teil, denn hier geht ammeisten Luft verloren. Achtet also darauf, dass der O-Ring einen minimal größeren Außendurchmesser als der Cylinder hat. Desweiterem sollte ein guter O-Ring zwecks größerer Auflagefläche entsprechend dick und gratlos sein.

Den O-Ring abnehmen, um den Cylinder stülpen und mit dem Heißluftfon ein paar Minuten gleichmäßig erhitzen. Danach sollte man den Ring nicht direkt abnehmen, sondern die gesamte Einheit abkühlen lassen, ansonsten zieht sich der Ring wieder zusammen.

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Nozzle

Genau so wichtig wie der Pistonhead ist das Nozzle. Die richtige Wahl des Nozzles entscheidet über die Dichtheit des Systems, denn es dichtet zwischen Gearbox und Innenlauf ab. Hier muss man etwas rumprobieren und zuschauen, dass das Nozzle und der Cylinderhead von den Herstellertolleranzen gut zusammenpassen, sodass der O-Ring des Nozzles am Cylinderhead auch venünftig abdichtet.

Ich kaufe immer Begadi Nozzles, die dichten bei allen meinen Gunz anständig ab. Desweiterem kaufe ich diese Teile immer in Überlänge und schleife sie dann so lange ab bis die Airsoft perfekt feedet, ich aber ein maximal langes Nozzle hab. Es empfehlt sich die Arbeit mit einer Messlehre:

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Zunächst also das Hopup raus und nachmessen wie tief das Nozzle eindringen kann bis es der Kugel den Weg versperrt. Die Pfalz am hopup muss man abziehen, denn diese dringt in die GB ein.

Danach spannt man die Gearbox soweit vor, dass das Nozzle am hintersten Punkt aufgezogen ist und misst nach. Sind Anpassungsarbeiten nötig? -> Schleifen bis es feedet! Zwischendurch würde ich das Hopup auch mal an die Gb anlegen, man kann viel Scheiß messen! Das Nozzle kann meistens so 0,1mm in den Kugelkanal des Hopups reinstehen.

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Zusätzlich verändere ich den Winkel der Spitze des Nozzles, sodass dieser etwas steiler ist. Das erhöht nochmal die Abdichtung am Hopup, da die Lippen des Gummis stärker nach oben gedrückt werden. Einfach leicht in die Bohrmascheine einspannen und mit einem scharfen Messer bis zum gewünschten Ergebnis abspanen.

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Tappetplate

Die Tappetplate wird vom Sectorgear gesteuert und schiebt das Nozzle vor und zurück. Hier geht meistens viel Potenzial durch eine schlecht eingepasste Tappetplate verloren.

Beispielsweise ist diese vorne meistens nicht 100% im 90 Grad Winkel gefertigt, hier reicht es schon etwas Material abzunehmen, bis sie perfekt an der Wand der GB anliegt.

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Desweiterem schlägt die Plate an der Achse des Sectorgears an, sodass ein vollständiges Aufliegen an der Gearboxwand vorne verhindert wird. Hier kann man die Tappetplate so abpfeilen, dass diese nicht an der Achse anschlägt. Das macht den Steuerzeiten des Nozzles nichts aus.

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Maximal kann man mit diesen Optimierungen gut 0,6mm an Verlängerung gewinnen. Das ehöht den Anpressdruck des Nozzles am Hopup Gummi und verbessert die Abdichtung.

Hopup/Bucking

Zu dünne Buckings hinterlassen einen Luftspalt zwischen Lauf und Hopup Unit. Dagegen einschichtig Teflonband um den Lauf wickeln, Gummi drauf und einbauen. Der Lauf sollte sich danach im Hopup schwer verdrehen lassen, das verweist auf die Richtige Menge Teflonband am Lauf. Madbull Gummis dichten von vornherein gut ab, da recht dickwandig. Da entfällt das Teflonband meistens.

Es empfehlt sich aber mit Buckings verschiedener Hersteller zu experimentieren, da die Gummis unterschiedlich gearbeitete Dichtlippen haben. Da muss man einfach schauen was mit dem Nozzle am besten zusammenarbeitet.

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Innenlauf

Greift zum Madbull Black Python, der hat laut Test einen Innendurchmesser von 6.014mm und gehört somit zu den engsten Innenlaufen auf dem Markt. Nebenbei ist dieser Lauf „scheiße“ präzise gefertigt! Den MB Ultimate Lauf würde ich nicht nehmen, der sollte schlussfolgernd einen ähnlichen Innendurchmesser bei höhrerem Preis haben, oder sogar nur 6.00mm! Jedenfalls vieliere ich mit dem Lauf beim AKM sogar Energie. Dafür nimmt aber die Präzision extrem zu.

Bei MB Läufen sei auf den Außendurchmesser zu achten, dieser ist minimal geringer als bei Standartläufen. Also immer mit Teflonband ausgleichen, oder gleich ein MB Gummi.

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Wer immernoch glaubt JBU Läufe seien gut, der betrachte die nachfolgenden Fotos. Solche Riefen im Lauf sind für den Preis echt unverschämt!

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Mosfet

Ganz gut für die Effizienz und die FPS Schwankungen ist auch ein Active Breaking Mosfet. Sowas baue ich selbstverständlich immer selber. Lasst die Finger von dem Fertigzeug aus den USA, da weis man nie was drinne ist.

Das Mosfet verhindert durch Motorkurzschluss das Overspninning der Zahnräder nach Einzelschussabgabe und gewährleistet, dass die Feder bei jedem Schuss aus komplett entspannter Stellung aufgezogen wird. Das verlängert die Lebensdauer der Feder signifikant und macht das Anti Reverse Latch überflüssig. Des weiterem hab ich die Vermutung, dass die Airsoft duch die immer gleich aufgezogene Feder aufgrund der gleichmäßigen Bewegungsdynamik des Pistons konstanter schießt.

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Ich denke das wars soweit! Mit diesen Modifikationen erreichen meine Guns super Werte die mich sehr zufriedenstellen. Es heißt also nicht immer kaufen, kaufen, kaufen! Papa Guru´s Hausmittelchen machen auch aus Chinaschrott was goldiges 😉

Es liegt nur noch an euch diese Tipps gut umzusetzen, dabei wünsche ich euch viel Erfolg.

Autor: The Infamous Guru [S.T.A.L.K.E.R.]

Alle Rechte am Text und an den Bildern liegen bei ihm.

2 Kommentare:

  1. Sehr gutes und präzises Tutorial. Besonders die Bilder veranschaulichen die Anpassungen vortrefflich. Bisher habe ich leider in Buchform nur englisch sprachige Literatur gefunden…

    Gruß und mehr davon

    Andree

  2. Sehr geiler Beitrag, Danke.

Kommentare sind geschlossen